Polysomnographie (PSG) = Goldstandard der Schlafdiagnostik. Misst: EEG (Gehirnwellen), EOG (Augenbewegungen), EMG (Muskelaktivität), EKG, Atemfluss, SpO2 (Sauerstoff), Schnarchen, Beinbewegungen. Sensitivity/Specificity für Schlafapnoe: PSG ~90 %. Ambulante Polygraphie: ~80 %, kostenlos als Kassenleistung, Voruntersuchung. Indikationen: Schlafapnoe, Narkolepsie, REM-Schlaf-Verhaltensstörung, PLMS, Parasomnie-Abklärung, therapieresistente Insomnie. Kosten: 500–1500€ stationär, Kassenleistung bei Indikation.
Schlaflabor-Vorbereitung: 3 Tage Schlaftagebuch mitbringen. Kein Koffein am Untersuchungstag. Normaler Abend-Routine folgen. Eigene Bettwäsche/Kissen darf oft mitgebracht werden. Nicht optimal schlafen ist OK — die erste Nacht im Labor ist immer etwas schlechter (first night effect), daher manche Labore 2 Nächte buchen. Kassenabrechnung: Vorstufendiagnostik = ambulante Polygraphie (bei Hausarzt, kostenlos). Stationäre PSG: nach Polygraphie-Auffälligkeiten, von Schlafmediziner verordnet = Kassenleistung.
Was im Schlaflabor untersucht wird
Die Polysomnographie (PSG) ist der diagnostische Goldstandard der Schlafmedizin. In einer Nacht werden gleichzeitig aufgezeichnet: EEG (Elektroenzephalogramm): Gehirnwellen. Erkennbar: Schlafphasen, Alpha-Intrusion, epileptische Entladungen. EOG (Elektrookulogramm): Augenbewegungen. Erkennt REM-Schlaf exakt. EMG (Elektromyogramm): Muskelaktivität von Kinn und Beinen. Erkennt Bruxismus, PLMS, REM-Atonie-Störungen. EKG: Herzrhythmus-Störungen im Schlaf. Atemfluss: an Nase und Mund, erkennt Apnoen und Hypopnoen. Pulsoxymetrie (SpO2): Sauerstoffsättigung. Schnarchen-Mikrofon. Körperposition-Sensor. Zusammen ergibt sich ein komplettes "Hypnogramm" — die visuelle Darstellung der Schlafarchitektur über die Nacht.
Wie eine Nacht im Schlaflabor abläuft
Ankunft: Abends zwischen 20 und 21 Uhr. Ein Techniker erklärt den Ablauf und bereitet die Elektroden vor. Das Vorbereiten dauert 45–60 Minuten. Es werden ca. 20–30 Elektroden an Kopf, Gesicht, Brust, Beinen und Fingern angebracht — mit leitfähiger Paste, nichts schmerzhaftes. Das Zimmer: Ähnlich einem einfachen Hotelzimmer, mit Kamera (für Schlafverhalten-Beobachtung) und einer Zwei-Wege-Gegensprechanlage zum Techniker. Schlafen: Die Elektroden sind über ein Bündel mit dem Aufzeichnungsgerät verbunden — Umdrehen ist möglich, man muss nur vorsichtig sein. Aufwachen: Morgens zwischen 6 und 7 Uhr. Elektroden werden entfernt (10 Minuten), dann kann man gehen. Ergebnisse: Auswertung durch Schlafmediziner, Besprechung 1–2 Wochen später.
Wann lohnt sich ein Schlaflabor?
Klare Indikationen: Schlafapnoe-Verdacht (Schnarchen + Tagesmüdigkeit, Berichte über Atemaussetzer vom Partner). Verdacht auf Narkolepsie (plötzliche Schlafattacken, Kataplexie). REM-Schlaf-Verhaltensstörung (Ausleben von Träumen, schlagen oder treten im Schlaf). PLMS (Periodic Limb Movements) bei Verdacht auf Restless Legs. Therapieresistente Insomnie (nach KVT-I ohne Erfolg). Weitere Indikationen: Schlafwandeln, Schlafterror, unklare Tagesmüdigkeit trotz ausreichend Schlaf. Nicht zwingend notwendig: Einfache Einschlafprobleme ohne organische Ursache, unkomplizierter Schnarcher ohne Tagessymptome (hier reicht ambulante Polygraphie), Insomnie als Erstdiagnose (KVT-I zuerst).
Ambulante Polygraphie vs. Schlaflabor: was ist der Unterschied?
Ambulante Polygraphie (zu Hause): Ein Gerät mit 6–8 Sensoren (Atemfluss, SpO2, Atemgürtel, Herzrate, Schnarchen, Position) wird abends angebracht und zu Hause getragen. Vorteile: Schlafen im eigenen Bett (natürlicherer Schlaf), kostenlos als Kassenleistung, keine Nacht im Labor. Nachteile: Kein EEG (Schlafphasen nicht erkennbar), weniger Sensoren, keine Videoüberwachung. Stationäre Polysomnographie: Vollständige Diagnostik, EEG inklusive, sofortige Betreuung wenn Geräte verrutschen. Empfehlung: Ambulante Polygraphie als Erstuntersuchung bei Schlafapnoe-Verdacht ist Standard. PSG bei negativem Befund aber weiterhin verdächtigen Symptomen, oder bei Verdacht auf Narkolepsie/PLMS/REM-Störungen.
Hinweis: Diese Informationen dienen der allgemeinen Aufklärung und ersetzen keine medizinische Beratung. Bei gesundheitlichen Beschwerden immer einen Arzt aufsuchen.
Häufige Fragen
Nächster Schritt
Finde heraus, wie viel Schlaf du wirklich brauchst und wann du schlafen gehen solltest.