Es war mal wieder einer dieser Abende, an denen ich seit einer Stunde an die Decke gestarrt hatte und einfach nicht einschlafen konnte. Natürlich – wie man es eben nicht tun sollte – hab ich dann doch zum Handy gegriffen und bin in einem YouTube-Shorts-Rabbit-Hole gelandet. Dabei bin ich auf dieses kurze Video von FaktenTricks gestoßen: „Schlafe niemals mit offenen Augen!" Ich hab erstmal gedacht, das ist ein Witz. Schläft denn irgendjemand wirklich mit offenen Augen? Und falls ja – warum wäre das ein Problem? Je länger ich drüber nachgedacht hab, desto mehr hat mich das Thema nicht losgelassen.

Was das Video erklärt – Schlaf mit offenen Augen ist kein Mythos

Was mich zuerst überrascht hat: Das Schlafen mit offenen oder halb geöffneten Augen ist kein seltenes Phänomen, das nur in Horrorfilmen vorkommt. Es gibt dafür sogar einen medizinischen Begriff – Lagophthalmus. Das klingt erst mal kompliziert, beschreibt aber schlicht den Zustand, wenn die Augenlider im Schlaf nicht vollständig geschlossen sind. Das Video greift genau diesen Punkt auf und erklärt, warum das problematischer ist, als man denkt.

  • Lagophthalmus betrifft schätzungsweise 5–20 % aller Menschen zumindest gelegentlich – viele wissen es gar nicht.
  • Offene Augen im Schlaf führen dazu, dass die Hornhaut austrocknet, weil der natürliche Lidschlag fehlt.
  • Das Gehirn verarbeitet im Schlaf weiterhin Lichtreize, wenn die Augen nicht vollständig geschlossen sind – was die Schlafqualität erheblich stören kann.

Warum offene Augen im Schlaf echten Schaden anrichten können

Was mich an dem Video besonders getroffen hat, war dieser eine Gedanke: Wir schützen unsere Augen tagsüber oft bewusst – Sonnenbrille, kein Reiben, ausreichend blinzeln. Aber nachts, wenn wir schlafen und eigentlich in einer Art „Regenerationsmodus" sind, kann genau das schiefgehen. Die Hornhaut braucht Feuchtigkeit, die normalerweise durch den Tränenfilm beim Lidschluss verteilt wird. Wenn die Augen offen bleiben, trocknet dieser Film aus. Die Folge können gerötete, brennende Augen am Morgen sein – ein Symptom, das ich persönlich kenne und das ich immer nur dem Schlafmangel zugeschrieben hatte. Vielleicht war es das gar nicht.

Die konkrete Botschaft aus dem Video – worauf du achten solltest

Das Video von FaktenTricks ist ein Short, also bewusst kurz gehalten. Trotzdem steckt eine klare Handlungsempfehlung drin: Achte darauf, wie du schläfst und was du morgens an deinen Augen bemerkst. Und wenn du regelmäßig mit trockenen, brennenden oder geröteten Augen aufwachst, könnte Lagophthalmus der Grund sein – nicht zwingend der Bildschirm von spät abends.

Was du konkret tun kannst – kleine Schritte mit großer Wirkung

Nach dem Video hab ich mich ein bisschen tiefer eingelesen und ein paar einfache Dinge zusammengetragen, die helfen sollen, falls man selbst betroffen ist oder es vermutet. Ich hab ein paar davon direkt ausprobiert – besonders den ersten Punkt hat mir sofort etwas gebracht.

  • Augentropfen oder Augengel vor dem Schlafen verwenden – sogenannte „künstliche Tränen" halten die Hornhaut feucht, auch wenn die Augen nicht vollständig schließen.
  • Das Schlafzimmer nicht zu trocken halten – ein Luftbefeuchter kann den Unterschied machen, gerade im Winter mit Heizungsluft.
  • Beim Arzt nachfragen, wenn die Symptome regelmäßig auftreten – manchmal steckt eine neurologische Ursache oder eine Muskelschwäche dahinter, die behandelt werden kann.

Warum das funktioniert – der wissenschaftliche Hintergrund

Das Interessante an diesem Thema ist, dass es nicht nur um Komfort geht. Der Schlaf ist für den gesamten Körper eine Reparaturphase – auch für die Augen. Studien zeigen, dass sich die Hornhaut im Schlaf regeneriert, neue Zellen bildet und sich erholt. Wenn die Augen dabei halb offen sind, wird dieser Prozess gestört. Gleichzeitig registriert das Gehirn über die Netzhaut weiterhin Lichtsignale, was die Melatoninproduktion beeinträchtigen und den Schlafrhythmus durcheinanderbringen kann.

MethodeWirkungErgebnis
Schlafmaske tragenBlockiert Licht, drückt Lider sanft zuWeniger Austrocknung, tieferer Schlaf
Luftbefeuchter im SchlafzimmerErhöht LuftfeuchtigkeitSchleimhäute und Augen bleiben feuchter
Augengel vor dem SchlafenBildet Schutzfilm auf der HornhautWeniger Brennen und Rötung am Morgen
„Schlafe niemals mit offenen Augen – denn was dein Körper in der Nacht braucht, ist vollständige Erholung. Und die beginnt damit, dass auch deine Augen wirklich zur Ruhe kommen."

Was bleibt

Ich hätte nie gedacht, dass ein 60-Sekunden-Short auf YouTube so ein Gedanken-Kaninchenloch bei mir auslösen würde. Aber ehrlich gesagt: Dieses Thema hat mich direkt erwischt, weil ich morgens so oft mit brennenden Augen aufgewacht bin und nie wirklich wusste, warum. Ich werde jetzt Folgendes gezielt ausprobieren und beobachten, ob es einen Unterschied macht:

  1. Ich schlafe ab sofort mit einer Schlafmaske – nicht nur gegen Licht, sondern auch um meine Augenlider sanft geschlossen zu halten.
  2. Ich stelle wieder den kleinen Luftbefeuchter ans Bett, den ich letzten Winter hatte und danach in den Keller verbannt hatte.
  3. Ich beobachte meine Augen morgens bewusster – brennen sie, sind sie gerötet, fühlen sie sich trocken an? Das war mir früher egal.
  4. Und falls die Symptome bleiben, gehe ich zum Augenarzt – manche Dinge lassen sich eben nicht mit YouTube-Shorts allein lösen, auch wenn sie einen gut auf die Spur bringen.
FG
Felix

Nach seinem Burnout 2018 und monatelangen Schlafproblemen widmete sich Felix intensiv der Schlafforschung. Seit 2021 schreibt er auf SchlafenTipps.de.

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