Es war wieder einer dieser Abende. Halb zwei, die Decke angestarrt, Gedanken im Kreis – ihr kennt das. Irgendwann greife ich dann doch zum Handy, obwohl ich genau weiß, dass das keine gute Idee ist. Diesmal bin ich bei einem kurzen Video von LenasLogik gelandet: „Trick um immer SOFORT einzuschlafen." Ich hab innerlich erst einmal die Augen verdreht, weil solche Versprechen meistens heiße Luft sind. Aber der Clip war kurz, ich war wach – also hab ich reingeschaut. Und dann direkt ausprobiert. Was mich überrascht hat? Es war einfacher als erwartet.

Das Problem beim Einschlafen – warum wir oft einfach nicht abschalten können

LenasLogik erklärt zu Beginn etwas, das ich so noch nie in Worte gefasst hatte, das aber sofort Sinn ergibt: Wer im Bett liegt und aktiv versucht einzuschlafen, macht genau das Falsche. Der Kopf ist beschäftigt, das Gehirn ist im Problemlösemodus – und Schlafen ist nun mal kein Problem, das man lösen kann. Das ist der eigentliche Teufelskreis bei Schlafproblemen.

  • Der Versuch zu schlafen aktiviert das Gehirn, anstatt es zu beruhigen
  • Stress und Erwartungsdruck halten den Körper in einem wachen, angespannten Zustand
  • Je mehr man „schlafen will", desto wacher wird man – ein klassisches paradoxes Phänomen

Warum der Kopf nicht aufhört zu denken

Das kennt wohl jeder, der schon mal unter Schlafproblemen gelitten hat: Man liegt da, will schlafen, und plötzlich rattert die To-do-Liste für morgen durch den Kopf. Oder man grübelt über ein Gespräch von vor drei Tagen nach. Lena erklärt in ihrem Video, dass das Gehirn in diesem Moment schlicht nicht zwischen „wichtig" und „kann warten" unterscheidet. Es verarbeitet, was da ist. Und solange man keine bewusste Umlenkung einleitet, läuft dieser Prozess einfach weiter – egal wie müde man sich fühlt. Das war für mich ein echtes Aha-Moment, weil ich genau das seit Jahren erlebe, aber nie so klar benennen konnte.

Die Methode: Bewusste Vorstellungskraft als Einschlafhilfe

Der konkrete Trick, den LenasLogik vorstellt, basiert auf einer gezielten Imagination – also dem aktiven Vorstellen einer Szene oder Situation. Die Idee: Man gibt dem Gehirn etwas zu tun, das angenehm und gleichzeitig nicht stimulierend ist. Kein Scrollen, kein Podcast, kein Nachdenken über echte Probleme – sondern eine selbst ausgedachte, ruhige Bilderwelt, in die man eintaucht.

So funktioniert es konkret – mein Versuch

Ich hab's in dieser Nacht direkt probiert, noch während ich mit dem Handy im Bett lag. Handy weg, Augen zu, und dann: eine Szene vorstellen. Ich hab mich an einen Strand erinnert, an dem ich als Kind war. Nicht angestrengt nachdenken – einfach treiben lassen. Und tatsächlich: Die Gedankenspirale, die vorher lief, hat sich aufgelöst. Nicht sofort, aber spürbar. Nach einigen Minuten war ich raus.

  • Eine konkrete, ruhige Szene wählen – am besten eine persönliche Erinnerung oder ein schöner Ort
  • Details vorstellen: Geräusche, Gerüche, das Licht – je lebhafter, desto besser
  • Nicht anstrengen – wenn die Gedanken abschweifen, einfach sanft zur Szene zurückkehren

Warum das funktioniert – und was die Wissenschaft dazu sagt

Was Lena beschreibt, hat tatsächlich einen wissenschaftlichen Hintergrund. Die Methode ähnelt dem sogenannten „Cognitive Shuffle" oder auch Techniken aus der kognitiven Verhaltenstherapie bei Schlafstörungen (kurz: KVT-I). Das Grundprinzip: Wenn das Gehirn mit harmlosen, nicht linearen Bildern beschäftigt ist, kann es nicht gleichzeitig Stress produzieren. Es gibt Studien, die zeigen, dass gezielte Imaginationsübungen die Einschlafzeit signifikant verkürzen können – in manchen Untersuchungen um bis zu 20 Minuten. Das ist viel, wenn man bedenkt, dass viele Menschen mit Schlafproblemen durchschnittlich 45 Minuten oder länger zum Einschlafen brauchen.

MethodeWirkungErgebnis
Schafe zählenMechanische Ablenkung, wenig emotionalKaum wirksam, Geist bleibt aktiv
Atemübungen (4-7-8)Beruhigt Nervensystem physiologischGut, braucht aber Übung
Imaginationstechnik (Lenas Trick)Beschäftigt Gehirn mit harmlosen BildernUnterbricht Gedankenspirale effektiv
„Du musst deinem Gehirn etwas geben, womit es beschäftigt ist – aber nichts, was es aufweckt. Eine schöne Erinnerung ist perfekt dafür."

Was bleibt

Ich bin kein Fan davon, jeden Trend mitzumachen. Aber dieser Trick hat mich in dieser Nacht tatsächlich schneller schlafen lassen als sonst. Seitdem hab ich ihn mehrfach ausprobiert – nicht immer mit demselben Ergebnis, aber öfter als nicht hat er geholfen. Was ich daraus mitnehme:

  1. Einschlafen ist kein aktiver Vorgang – je weniger man es erzwingt, desto besser klappt es
  2. Das Gehirn braucht eine sanfte Beschäftigung, keine Stille und kein Leeresein-Müssen
  3. Persönliche, emotionale Bilder funktionieren besser als abstrakte oder fremde Szenen
  4. Der Trick ist keine Wunderwaffe, aber ein echtes Werkzeug – und das reicht mir schon
FG
Felix

Nach seinem Burnout 2018 und monatelangen Schlafproblemen widmete sich Felix intensiv der Schlafforschung. Seit 2021 schreibt er auf SchlafenTipps.de.

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