Es war mal wieder so eine dieser Nächte. Halb zwei morgens, Decke zu warm, Gedanken zu laut. Irgendwann habe ich dann doch zum Handy gegriffen – ich weiß, ich weiß, eigentlich das Dümmste, was man tun kann – und bin beim Scrollen durch YouTube auf diesen Clip aus dem Schlaf-Workshop von TeaGschwendner gestoßen. Ehrlich gesagt hatte ich nicht viel erwartet. Ein Tee-Händler erklärt mir, welchen Tee ich trinken soll? Klingt nach Werbung. Wurde es aber nicht. Was mich wirklich überrascht hat: Wie viel Unterschied der falsche Tee am Abend tatsächlich machen kann.
Nicht jeder Kräutertee ist gleich – der unterschätzte Mechanismus
Ich hatte immer gedacht, Kräutertee ist Kräutertee – solange da kein Koffein drin ist, kann er nicht schaden. Das Video hat mich eines Besseren belehrt. TeaGschwendner erklärt in diesem Workshop-Clip nämlich sehr klar, dass es beim Abendtee nicht nur darum geht, was man vermeidet, sondern vor allem darum, was man aktiv wählt. Die Inhaltsstoffe bestimmter Kräuter wirken direkt auf das Nervensystem ein und können den Übergang in den Schlaf entweder unterstützen oder – im schlechtesten Fall – subtil torpedieren.
- Tees mit anregenden ätherischen Ölen (zum Beispiel Pfefferminze in hoher Konzentration) können das Nervensystem aktivieren, obwohl sie kein Koffein enthalten.
- Bestimmte Kräuter wie Baldrian, Melisse und Hopfen haben nachweislich beruhigende Eigenschaften und fördern die Ausschüttung entspannungsfördernder Botenstoffe.
- Die Temperatur des Tees spielt ebenfalls eine Rolle: Ein warmes Getränk erhöht kurzzeitig die Körpertemperatur, was anschließend zu einem natürlichen Abfall führt – und genau dieser Abfall signalisiert dem Körper: Schlafenszeit.
Das Problem mit Pfefferminze am Abend
Das hat mich am meisten getroffen, denn Pfefferminztee war mein absoluter Lieblingstee nach dem Abendessen. Er schmeckt frisch, hilft bei Verdauungsbeschwerden und fühlt sich irgendwie „gesund" an. Aber genau das Menthol, das so angenehm kühlend wirkt, stimuliert Rezeptoren, die mit Wachheit und Aufmerksamkeit verknüpft sind. Ich trinke Pfefferminztee also quasi als mildes Aufputschmittel – direkt vor dem Schlafen. Kleiner Gedankenblitz: Vielleicht war das einer der Gründe, warum ich so oft nicht runterkomme.
Die konkrete Empfehlung aus dem Video: Diese Tees eignen sich abends wirklich
TeaGschwendner nennt im Video ganz konkrete Alternativen, und zwar keine abstrakten Empfehlungen, sondern greifbare Vorschläge, die man direkt umsetzen kann. Das habe ich sehr geschätzt. Kein Drumherumreden, sondern: Das funktioniert, das nicht, und das ist der Grund.
Meine neue Abendroutine – Schritt für Schritt
Ich habe angefangen, die Empfehlung aus dem Video direkt umzusetzen. Seit etwa zwei Wochen trinke ich etwa eine Stunde vor dem Schlafengehen eine Tasse eines Melisse-Baldrian-Tees, setze mich dabei ohne Bildschirm hin und versuche, das Trinken bewusst als Übergangsritual zu nutzen. Die Kombination aus warmem Getränk, beruhigenden Inhaltsstoffen und dem ritualhaften Aspekt hat tatsächlich etwas verändert.
- Melissentee: Enthält Rosmarinsäure, die nachweislich die GABA-Aktivität im Gehirn erhöht – ein Neurotransmitter, der beruhigend wirkt. Mild im Geschmack, gut verträglich.
- Baldriantee: Klassiker aus gutem Grund. Die Valerensäure im Baldrian wirkt ähnlich wie manche pflanzliche Beruhigungsmittel, ohne abhängig zu machen. Riecht gewöhnungsbedürftig, wirkt aber.
- Lavendeltee: Weniger bekannt als Trinktee, aber laut Video eine sehr unterschätzte Option. Linalool entspannt das Nervensystem und kann die Einschlafzeit deutlich verkürzen.
Warum das funktioniert – ein bisschen Wissenschaft dazu
Was mich als jemand, der schon viel zum Thema Schlaf gelesen hat, besonders angesprochen hat: Das Video erklärt den Mechanismus, nicht nur die Empfehlung. Studien zeigen etwa, dass Baldrian-Extrakte die Schlaflatenz – also die Zeit, bis man einschläft – um durchschnittlich 15 bis 20 Minuten verkürzen können. Das klingt wenig, ist aber für jemanden wie mich, der manchmal eine Stunde lang wach liegt, ein echter Unterschied.
| Methode | Wirkung | Ergebnis |
|---|---|---|
| Pfefferminztee abends | Mentholrezeptoren aktivieren das Nervensystem | Verzögertes Einschlafen, innere Unruhe |
| Alkohol als Einschlafhilfe | Dämpft kurzfristig, stört REM-Schlaf | Schlechtere Schlafqualität in der zweiten Nachthälfte |
| Melisse-Baldrian-Tee | Erhöht GABA-Aktivität, senkt Körperkerntemperatur | Kürzere Einschlafzeit, ruhigerer Schlaf |
„Nicht jeder Kräutertee beruhigt – manche regen sogar an. Die Auswahl des richtigen Tees am Abend ist kein Detail, sondern Teil einer funktionierenden Schlafroutine."
Was bleibt
Ich wäre nicht ehrlich, wenn ich sagen würde, dass mein Schlaf nach zwei Wochen Melissentee perfekt ist. Aber etwas hat sich verschoben. Das Ritual allein – kein Bildschirm, eine heiße Tasse, bewusstes Innehalten – hat mehr Wirkung als ich erwartet hatte. Und ich habe endgültig meinen Pfefferminztee auf die Nachmittags-Schicht versetzt.
- Nicht jeder Kräutertee ist schlaffördernd – manche wirken trotz fehlendem Koffein anregend.
- Melisse, Baldrian und Lavendel sind die drei Kräuter, die ich jetzt aktiv in meine Abendroutine integriere.
- Das Ritual ums Teetrinken ist fast genauso wichtig wie der Tee selbst – es signalisiert dem Körper, dass der Tag endet.
- Einen Workshop-Clip von einem Tee-Händler zu schauen, um etwas über Schlaf zu lernen, war eine der nützlichsten Zufälligkeiten dieser schlaflosen Nacht.