Insomnie-Paradox — Auch sleep state misperception — das Phänomen, dass Insomniepatienten ihre tatsächliche Schlafdauer systematisch unterschätzen. Polysomnographisch schlafen diese Patienten oft deutlich mehr als sie subjektiv wahrnehmen. Mechanismus: Im oberflächlichen Schlaf (N1, N2) nimmt das Gehirn noch Bewusstseinsfragmente wahr — und klassifiziert diese retroaktiv als Wachzeit. Konsequenz: Das subjektive Schlaferleben ist schlechter als die objektive Schlafdauer. Das ist eine wichtige therapeutische Botschaft: Wer denkt, er habe "die ganze Nacht" nicht geschlafen, hat mit hoher Wahrscheinlichkeit mehrere Stunden geschlafen — nur flach und fragmentiert. Kognitive Verhaltenstherapie für Insomnie (KVT-I) adressiert diese Fehlwahrnehmung direkt.