Symptome
- Atmen durch den Mund im Schlaf
- Mundtrockenheit am Morgen
- Schnarchen
- Verstopfte Nase nachts
- Müdigkeit trotz ausreichend Schlaf
Was ist Mouth Taping?
Beim Mouth Taping klebt man sich vor dem Schlafen ein kleines Pflaster oder Klebeband über die Lippen. Es soll erzwingen, dass man durch die Nase atmet. Versprochen werden weniger Schnarchen, weniger Mundtrockenheit und besserer Schlaf. Nasenatmung ist grundsätzlich gesund, siehe Nasenatmung im Schlaf.
Was sagt die Forschung?
Die wissenschaftliche Grundlage ist dünn. Eine Auswertung der vorhandenen Studien kam zu dem Ergebnis, dass die Belege für Vorteile gering sind und die Sicherheit nicht ausreichend untersucht ist. Die Studien waren klein und kurz. Ein belegter Nutzen für gesunde Schnarcher oder Menschen mit Schlafapnoe besteht nicht.
Risiken: Für wen es nicht geeignet ist
Mouth Taping ist riskant, wenn die Nase nicht frei ist: bei Erkältung, Allergie, verengter Nasenscheidewand, Alkohol oder Beruhigungsmitteln. Bei Schlafapnoe ist es gefährlich, weil das Zukleben des Mundes die Atmung zusätzlich behindern kann. Dazu kommen Hautreizungen, Panikgefühl und Erstickungsangst. Nicht geeignet ist es für Kinder und Menschen, die Probleme mit dem Aufwachen haben.
Warum atmest du überhaupt durch den Mund?
Meist ist die Nase verstopft, etwa durch Allergie, Infekt oder Polypen, siehe Allergie und Schlaf. Auch Schnarchen und Schlafapnoe gehen oft mit Mundatmung einher, siehe Schnarchen. Die Ursache zu behandeln ist sinnvoller, als den Mund zu verkleben.
Sinnvolle Alternativen
Nasenspülungen, die Behandlung von Allergien, Seitenlage statt Rückenlage, Gewichtsreduktion bei Übergewicht und gegebenenfalls eine Schnarchschiene bei geklärter Diagnose, siehe Schnarchschiene. Für Partner: Schnarchen und Partner.
Wann zum Arzt?
Lass Schnarchen mit Atemaussetzern, starke Tagesmüdigkeit oder dauerhaft verstopfte Nase ärztlich abklären, bei einer HNO-Ärztin oder einem Hausarzt. Wenn du trotz allem Mouth Taping testen möchtest, tu es nur nach Rücksprache mit einer Ärztin oder einem Arzt. Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche Beratung.
Wichtig: Bei anhaltenden Schlafproblemen (über 4 Wochen) sollte immer ein Arzt aufgesucht werden. Viele Schlafstörungen sind sehr gut behandelbar.