Symptome
- Plötzlicher, schmerzhafter Krampf in Wade oder Fuß
- Harter, verkrampfter Muskel
- Aufwachen mitten im Schlaf
- Dauer von Sekunden bis wenige Minuten
- Nachschmerz in der Wade am nächsten Tag
Was passiert bei einem nächtlichen Wadenkrampf?
Ein Wadenkrampf ist eine unwillkürliche, schmerzhafte Anspannung des Wadenmuskels. Der Muskel verhärtet sich sichtbar und fühlt sich wie ein Knoten an.
Nachts treten Krämpfe häufig in der Ruhe auf, oft wenn der Fuß im Schlaf nach unten gestreckt liegt und der Muskel dadurch verkürzt ist. Der genaue Mechanismus ist nicht vollständig geklärt, vermutet wird eine Übererregbarkeit der Nervenzellen, die den Muskel steuern.
Der Krampf dauert meist Sekunden bis wenige Minuten, danach kann die Wade noch einen Tag lang schmerzen. Nächtliche Wadenkrämpfe nehmen mit dem Alter zu, treten aber in jedem Alter auf.
Mögliche Ursachen
Häufige Faktoren sind Muskelüberlastung am Tag, langes Sitzen oder Stehen, zu wenig Flüssigkeit, Schwitzen, Alkohol, Schwangerschaft und bestimmte Medikamente, etwa Entwässerungsmittel oder Cholesterinsenker. Auch Durchblutungs- und Nervenerkrankungen, Diabetes, Nierenerkrankungen oder Schilddrüsenstörungen können dahinterstecken.
Bei den meisten Menschen lässt sich keine einzelne Ursache finden, der Krampf ist dann gutartig. Wichtig ist die Abgrenzung zu Restless Legs: Dort steht ein quälender Bewegungsdrang in Ruhe im Vordergrund, kein harter, schmerzhafter Muskelknoten.
Sofort im Anfall: So löst du den Krampf
Stehe auf und belaste das Bein, das hilft oft schon. Alternativ ziehst du die Fußspitze zum Schienbein und streckst das Knie, bis sich die Wade dehnt. Halte die Dehnung, bis der Krampf nachlässt, und massiere die Wade danach sanft. Wärme, etwa ein warmes Bad oder eine Wärmflasche, entspannt den Muskel zusätzlich.
Vorbeugen: Dehnen, Trinken, Schlafposition
Dehne die Waden vor dem Schlafengehen für etwa 30 Sekunden pro Seite, am besten im Rahmen einer ruhigen Abendroutine. Trinke über den Tag verteilt ausreichend und reduziere Alkohol am Abend. Achte darauf, dass die Bettdecke die Füße nicht nach unten drückt, und lege dich möglichst so, dass die Füße locker bleiben. Ein kurzer Spaziergang am Abend kann die Durchblutung anregen. Auch bequeme Schuhe tagsüber helfen.
Was bringt Magnesium?
Magnesium gilt als Klassiker gegen Wadenkrämpfe. Die Studienlage ist allerdings ernüchternd: Übersichtsarbeiten kommen zu dem Schluss, dass Magnesium bei älteren Menschen Krämpfe wahrscheinlich nicht wirksam verringert.
In der Schwangerschaft ist die Datenlage uneinheitlich. Ein Mangel kann dennoch eine Rolle spielen, etwa bei starkem Schwitzen oder bestimmten Medikamenten.
Wenn du es probieren möchtest, findest du Details in Magnesium für den Schlaf und Magnesium am Abend. Sprich vorher bei Nierenerkrankungen oder Dauermedikation mit deiner Ärztin oder deinem Arzt.
Wann zum Arzt?
Lass die Beschwerden abklären, wenn Krämpfe sehr häufig auftreten, nach neuen Medikamenten begonnen haben, mit Schwäche, Taubheit oder Schwellung einhergehen oder wenn eine Wade einseitig geschwollen, gerötet und überwärmt ist, denn das kann eine Thrombose sein und braucht rasche Abklärung. Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche Beratung.
Wichtig: Bei anhaltenden Schlafproblemen (über 4 Wochen) sollte immer ein Arzt aufgesucht werden. Viele Schlafstörungen sind sehr gut behandelbar.