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Schlafproblem

Schlaf bei Demenz und Parkinson: Typische Probleme und was Angehörigen hilft

Bei Demenz und Parkinson gerät der Schlaf häufig aus dem Takt. Für Betroffene und Angehörige ist das belastend. Warum es passiert, was ohne Medikamente hilft und wo es Unterstützung gibt.

Felix
Von Felix Redaktionell geprüft
Aktualisiert: 2 Min. Lesezeit Schlafproblem
Titelbild zum Ratgeber: Schlaf bei Demenz und Parkinson: Typische Probleme und was Angehörigen hilft

Symptome

  • Tag-Nacht-Umkehr und nächtliche Unruhe
  • Abendliche Verwirrtheit (Sundowning)
  • Häufiges Aufwachen und Umherlaufen
  • Ausagieren von Träumen im Schlaf (bei Parkinson)
  • Starke Tagesmüdigkeit
Behandlungsansätze
Als Erstes
Feste Tagesstruktur mit Tageslicht und Bewegung.
Im Alltag
Wenig Mittagsschlaf, Orientierungslicht, Pflegende entlasten und Beratung nutzen.
Wenn es anhält
Medikamente nur ärztlich abgestimmt.

Warum der Schlaf bei Demenz gestört ist

Bei Demenz verändert sich die innere Uhr. Betroffene schlafen tagsüber mehr, sind nachts wach und wirken am Abend verwirrter und unruhiger, das nennt man Sundowning. Dazu kommen Schmerzen, Harndrang, Angst, Medikamentennebenwirkungen und Orientierungsprobleme im Dunkeln. Das belastet auch Angehörige stark.

Warum Parkinson den Schlaf stört

Bei Parkinson können nächtliche Steifigkeit, Zittern, Schmerzen und häufiger Harndrang das Durchschlafen erschweren. Typisch ist auch die REM-Schlaf-Verhaltensstörung: Betroffene agieren Träume aus, schlagen um sich oder rufen im Schlaf. Sie kann dem Ausbruch der Krankheit Jahre vorausgehen. Auch Restless Legs und Schlafapnoe kommen häufiger vor. Sprich Schlafprobleme immer bei der Neurologin oder beim Neurologen an, oft lässt sich die Medikation anpassen.

Was ohne Medikamente hilft

1. Feste Tagesstruktur mit gleichen Zeiten für Aufstehen, Essen und Zubettgehen. 2. Viel Tageslicht und Bewegung am Vormittag, siehe Morgenlicht-Ritual. 3. Mittagsschlaf kurz halten, nicht nach 15 Uhr. 4. Koffein ab Mittag und Alkohol meiden. 5. Ein vertrautes, ruhiges Schlafzimmer mit schwachem Orientierungslicht in Bodennähe, siehe Schlafen mit Nachtlicht. 6. Schmerzen und Harndrang behandeln lassen. 7. Bei Ausagieren von Träumen Gegenstände neben dem Bett entfernen.

Medikamente: Vorsicht bei Älteren

Beruhigungs- und Schlafmittel wie Benzodiazepine und sedierende Antihistaminika erhöhen bei älteren Menschen das Risiko für Stürze und Verwirrtheit und gelten bei Demenz meist als ungeeignet, siehe Rezeptfreie Schlafmittel. Nutze Schlafmittel nur nach ärztlicher Abstimmung. Weitere Tipps: Schlaf im Alter verbessern und Schlaf im Alter.

Hilfe für Angehörige

Wer nachts oft aufstehen muss, ist selbst bald erschöpft. Nutze Pflegeberatung, Entlastungsangebote und, wenn möglich, Hilfe im Wechsel mit anderen. Die Deutsche Alzheimer Gesellschaft bietet das Alzheimer-Telefon unter 030 259 37 95 14 an. Mehr zu Schlafmangel bei Pflegenden: Schlafmangel.

Wann ärztliche Hilfe nötig ist

Suche ärztliche Hilfe, wenn plötzlich neue Verwirrtheit auftritt (mögliches Delir, etwa bei Infekt), Stürze passieren, Atemaussetzer auffallen oder Schlafprobleme stark belasten. Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche Beratung.

Wichtig: Bei anhaltenden Schlafproblemen (über 4 Wochen) sollte immer ein Arzt aufgesucht werden. Viele Schlafstörungen sind sehr gut behandelbar.

Häufige Fragen

Warum sind Demenzkranke nachts wach?
Die innere Uhr gerät durcheinander, sie schlafen tagsüber mehr und sind nachts wach. Dazu kommen Angst, Schmerzen, Harndrang und Orientierungsprobleme im Dunkeln.
Was ist Sundowning?
Zunehmende Unruhe und Verwirrtheit am späten Nachmittag und Abend bei Demenz.
Was ist die REM-Schlaf-Verhaltensstörung bei Parkinson?
Betroffene agieren ihre Träume aus, schlagen oder rufen im Schlaf. Sie kann der Parkinson-Erkrankung vorausgehen und sollte neurologisch abgeklärt werden.
Helfen Schlafmittel bei Demenz?
Meist nicht. Viele erhöhen das Sturz- und Verwirrtheitsrisiko. Sprich mit der Ärztin über nicht medikamentöse Maßnahmen und mögliche Alternativen.
FG
Felix

Nach seinem Burnout 2018 und monatelangen Schlafproblemen widmete sich Felix intensiv der Schlafforschung. Seit 2021 schreibt er auf SchlafenTipps.de.

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