Symptome
- Tag-Nacht-Umkehr und nächtliche Unruhe
- Abendliche Verwirrtheit (Sundowning)
- Häufiges Aufwachen und Umherlaufen
- Ausagieren von Träumen im Schlaf (bei Parkinson)
- Starke Tagesmüdigkeit
Warum der Schlaf bei Demenz gestört ist
Bei Demenz verändert sich die innere Uhr. Betroffene schlafen tagsüber mehr, sind nachts wach und wirken am Abend verwirrter und unruhiger, das nennt man Sundowning. Dazu kommen Schmerzen, Harndrang, Angst, Medikamentennebenwirkungen und Orientierungsprobleme im Dunkeln. Das belastet auch Angehörige stark.
Warum Parkinson den Schlaf stört
Bei Parkinson können nächtliche Steifigkeit, Zittern, Schmerzen und häufiger Harndrang das Durchschlafen erschweren. Typisch ist auch die REM-Schlaf-Verhaltensstörung: Betroffene agieren Träume aus, schlagen um sich oder rufen im Schlaf. Sie kann dem Ausbruch der Krankheit Jahre vorausgehen. Auch Restless Legs und Schlafapnoe kommen häufiger vor. Sprich Schlafprobleme immer bei der Neurologin oder beim Neurologen an, oft lässt sich die Medikation anpassen.
Was ohne Medikamente hilft
1. Feste Tagesstruktur mit gleichen Zeiten für Aufstehen, Essen und Zubettgehen. 2. Viel Tageslicht und Bewegung am Vormittag, siehe Morgenlicht-Ritual. 3. Mittagsschlaf kurz halten, nicht nach 15 Uhr. 4. Koffein ab Mittag und Alkohol meiden. 5. Ein vertrautes, ruhiges Schlafzimmer mit schwachem Orientierungslicht in Bodennähe, siehe Schlafen mit Nachtlicht. 6. Schmerzen und Harndrang behandeln lassen. 7. Bei Ausagieren von Träumen Gegenstände neben dem Bett entfernen.
Medikamente: Vorsicht bei Älteren
Beruhigungs- und Schlafmittel wie Benzodiazepine und sedierende Antihistaminika erhöhen bei älteren Menschen das Risiko für Stürze und Verwirrtheit und gelten bei Demenz meist als ungeeignet, siehe Rezeptfreie Schlafmittel. Nutze Schlafmittel nur nach ärztlicher Abstimmung. Weitere Tipps: Schlaf im Alter verbessern und Schlaf im Alter.
Hilfe für Angehörige
Wer nachts oft aufstehen muss, ist selbst bald erschöpft. Nutze Pflegeberatung, Entlastungsangebote und, wenn möglich, Hilfe im Wechsel mit anderen. Die Deutsche Alzheimer Gesellschaft bietet das Alzheimer-Telefon unter 030 259 37 95 14 an. Mehr zu Schlafmangel bei Pflegenden: Schlafmangel.
Wann ärztliche Hilfe nötig ist
Suche ärztliche Hilfe, wenn plötzlich neue Verwirrtheit auftritt (mögliches Delir, etwa bei Infekt), Stürze passieren, Atemaussetzer auffallen oder Schlafprobleme stark belasten. Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche Beratung.
Wichtig: Bei anhaltenden Schlafproblemen (über 4 Wochen) sollte immer ein Arzt aufgesucht werden. Viele Schlafstörungen sind sehr gut behandelbar.