Symptome
- Schwieriges Einschlafen
- Häufiges nächtliches Aufwachen
- Empfindlichkeit gegenüber Licht, Geräuschen und Berührung
- Verschobener Schlaf-Wach-Rhythmus
- Anspannung und Grübeln am Abend
Warum Schlafprobleme bei Autismus häufiger sind
Studien zeigen, dass Schlafstörungen bei Menschen im Autismus-Spektrum deutlich häufiger vorkommen als in der übrigen Bevölkerung. Mögliche Gründe sind eine erhöhte Empfindlichkeit für Licht, Geräusche, Temperatur und Berührung, Veränderungen im Melatonin-Rhythmus, Angst und Grübeln sowie Schwierigkeiten, sich von Reizen des Tages zu lösen.
Das Schlafzimmer reizarm gestalten
Dunkelheit, Ruhe und eine angenehme Temperatur sind besonders wichtig. Hilfreich können sein: Verdunkelung oder Schlafmaske, Ohrstöpsel, weiche Bettwäsche ohne kratzende Etiketten, eine Gewichtsdecke und ein sehr schwaches, warmes Licht, siehe Schlafen mit Nachtlicht. Weitere Hinweise: Schlafzimmer-Temperatur.
Feste Routinen geben Sicherheit
Ein immer gleicher Abendablauf in der gleichen Reihenfolge entlastet. Plane den Abend in Schritten, etwa Essen, Duschen, ruhige Beschäftigung, Zähneputzen, Bett. Visuelle Pläne oder Listen können helfen. Halte die Aufstehzeit stabil, siehe Einschlafroutine aufbauen und Schlafhygiene.
Entspannung und Grübeln
Hilfreich sind Atemübungen, progressive Muskelentspannung und ruhige Geräusche, siehe Progressive Muskelentspannung und Geräusche zum Einschlafen. Bei Grübeln hilft Aufschreiben vor dem Schlafen, siehe Gedankenkarussell stoppen. Bei gleichzeitigem ADHS siehe ADHS und Schlafstörungen.
Medikamente und ärztliche Begleitung
Melatonin wird manchmal bei Schlafproblemen im Autismus-Spektrum eingesetzt, siehe Melatonin. Das sollte mit einer Ärztin oder einem Arzt abgesprochen werden, der oder die Erfahrung mit Autismus hat. Bei anhaltenden Problemen oder Begleiterkrankungen wie Angst oder Depression ist fachliche Unterstützung wichtig. Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche oder therapeutische Beratung.
Wichtig: Bei anhaltenden Schlafproblemen (über 4 Wochen) sollte immer ein Arzt aufgesucht werden. Viele Schlafstörungen sind sehr gut behandelbar.