Bimodaler Schlaf — Historisches Schlafmuster, das vor künstlicher Beleuchtung in weiten Teilen Europas verbreitet war: Zwei separate Schlafphasen pro Nacht ("Erster Schlaf" von Einbruch der Dunkelheit bis ca. Mitternacht, dann 1–2 Stunden Wachphase, dann "Zweiter Schlaf" bis zum Morgen). Historiker Roger Ekirch beschrieb dieses Muster anhand mittelalterlicher Quellen. In der Wachphase zwischen den Schläfen: Gebet, Lesen, Intimität, Tagträumen. Mit Einführung von Gaslicht (19. Jh.) verschwand dieses Muster. Moderne Schlaflabors zeigen: Menschen ohne Zeitvorgaben in langen Dunkelperioden kehren spontan zum bimodalen Schlaf zurück. Für manche Menschen mit nächtlichem Aufwachen kann das bimodale Modell psychologische Entlastung bieten — kurzes Aufwachen ist nicht zwangsläufig pathologisch.